Animationen
eröffnen neue und aufregende Möglichkeiten für Dokumentationen.

Animationsfilme als angewandte Phantasie

Wir bei NXDRF glauben an eine große Zukunft und an einen wachsenden Anteil von animierten Bewegtbildern, animierter Filme oder deren Mischformen aus Realfilm und Computeranimation vor allem im erklärenden und sachlichen Filmgenre. Kaum eine erfolgreiche Netflix-Dokumentation, die heute noch ohne Animation von Archivmaterialien, Motion Graphs etc. auskommt.
Software im Zusammenspiel mit gestalterischer Phantasie macht es möglich, jede Form von Bild digital zu beleben, zu beseelen. Es gibt kaum Grenzen, um Daten und Fakten bildlich ansprechend aufzubereiten, wissenschaftliche, technische, historische Zusammenhänge zu erklären, Produkte vorzustellen, eine Geschichte zu erzählen. Warum noch das ewigselbe PowerPoint benutzen, wenn eine animierte Grafik wirkungsvoller sein kann und ganz nebenbei noch viel besser aussieht? Wozu Re-enactment mit (oft schlechtem) Laienspiel aufwändig herstellen, wenn ein phantasievoller Umgang mit originalen Darstellungen viel besser die Geschichte erzählen kann? Gerade das weite Feld der Cut-out-Animationen, also der Animation von Ausschnitten von (historischen) Abbildungen ermöglicht schier unbegrenzte Realisierung bewegter und bewegender Bilder. Mehr noch: Wir wollen die faszinierende Welt der Computer Generated Imagery (CGI) nicht den Gamern und Actionfilmern mit Millionenbudgets überlassen, sondern die Möglichkeiten dieser Technologien zum ernsthaften Erzählen von Geschichten, zur Wissensvermittlung einsetzen. Software-Lösungen wie Blender oder die Unreal Engine ermöglichen es uns schon heute, neue Welten zu erschaffen und so Erkenntnisräume zum Verständnis auch schwieriger Themen zu öffnen. Wissensvermittlung aus Museen und Archiven ganz einfach: Wir werden die Geschichte rendern!

Manchmal scheuen wir bei NXDRF.DE für unsere Erklärstücke noch nicht einmal vor Küchenarbeiten zurück. Für eine unterhaltsame Darstellung von Tagesablauf und Speiseplan Samuel Hahnemanns. ©NXDRF.DE

Erkenntnisräume

Bei der Vorbereitung des Filmprojekts „Pflanzen in Gesellschaft” tauchte in einem abgedruckten Vortrag der Wiener Wissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Klemun die Erklärung des Botanischen Gartens als Erkenntnisraum auf. Das ist ein sehr sprechender Begriff.
Räume, in denen man eine Erkenntnis haben, etwas lernen kann. Wer kennt und nutzt sie nicht?: Mind Maps sind auch Erkenntnisräume, weil das Verständnis dann besser funktioniert, wenn es (auch) topologisch organisiert ist. Ja, Gedächtniskünstler, die sich beispielsweise endlos lange Zahlenreihen merken und diese aufsagen können, nutzen solche mind maps, in denen sie vor ihrem geistigen Auge bildliche Objekte, die sie mit einzelnen Zahlen assoziativ verknüpfen und im (vorgestellten) Raum anordnen. Das Wiedergeben der Zahlenreihe ähnelt dann einem Spaziergang durch eine Landschaft, durch eine mind map.
Auch Museen sind Erkenntnisräume, Sammlungen von medizinischen Präparaten auch, anatomische Theater: alles sind Räume in denen aufgrund der Beschaffenheit des Raumes und des Zusammentreffens von Objekten mit Betrachtern, in deren Wahrnehmungen Erkenntnisse günstigstenfalls neu eröffnete Wissenswelten entstehen.

Diese Skizze aus unserem Dokumentarfilmprojekt „Pflanzen in Gesellschaft” verdeutlicht sehr gut, wie modernste CGI (Computer Generated Imagery) in 3D für historische Dokumente neue Erlebnis/Erkenntnisräume schaffen. Die im Ganzen ca. fünfzehnminütige Exposition des Films enthält unter anderem diese Szene: Die abgebildeten Pflanzen sind handkolorierte Drucke aus dem „Hortus botanicus Vindobonensis“, der im Auftrag der Kaiserin Maria Theresia hergestellt wurde. Wir haben diese Pflanzen digital aus den Büchern herausgelöst und sie in einen verfremdenden Zusammenhang gestellt, eine Betonhalle mit tiefer Decke, Leuchtstoffröhren und nüchterne Vitrinen, die von einem Spotlight beleuchtet werden. Der digitale Raum trägt als Erkenntnisraum zu einer neuen Art des Staunens bei, lädt die Szene assoziativ und emotional auf und arbeitet so die Besonderheit dieser Kunsthandwerke aus dem 18. Jahrhundert heraus. ©NXDRF

Warum moderne filmische Lösungen das Konzept der Erkenntnisräume wesentlich ergänzen können.

Die technischen Möglichkeiten der filmischen Animation ermöglichen es, das Konzept der Erkenntnisräume gestalterisch aufzugreifen und den Zuschauern nicht nur ein erstes Staunen zu verschaffen, sondern daraus wirkliche Erkenntnis abzuleiten. Mehr noch!: filmisch lassen sich beliebige Objekte leicht in neue inhaltliche Zusammenhänge in andere Größenverhältnisse, in andere materiale Zustände versetzen. Eine Zeichnung in einem Buch kann so zu einer neuen „Existenz” und zu neuer Aufmerksamkeit in neuen Zielgruppen finden. Sicher, solche gestalterischen Beeinflussungen müssen behutsam vorgenommen werden. Dafür jedoch steht NXDRF: Tiefster Respekt vor dem und Würdigung des Historischen und darauf gründend die gestalterisch behutsame Übersetzung des Alten in neue Erfahrungszusammenhänge. So erreicht man neue Zielgruppen.

Animationen zeigen neue Blickwinkel

Anders als realer Film ist Animation aus sich selbst heraus eine andere Bildwelt. Hier gibt es kaum Grenzen. Betrachtungsweisen, Perspektivwechsel, Überschreitung räumlicher und zeitlicher Grenzen: all das wird in einer animierten Bildwelt viel leichter akzeptiert und verstanden. Deshalb erobern sich animierte Grafik und animierte Filme immer mehr Räume in der öffentlichen Wahrnehmung. Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt:

  • Animation macht Daten und Fakten unmittelbarer verständlich. Jeder Geschäftsbericht, jede Bilanz, jede technische Anleitung gewinnt durch die Animation von Daten
  • Animation macht Orientierung in der Zeit oder in der Geographie leichter. Es ist heute kein Problem mehr topographische Verortungen, geschichtliche Ereignisse auf ihren Zeitachsen bildlich darzustellen und den Zuschauern den Zugang zu komplexen Zusammenhängen fassbar zu machen.
  • Animation erklärt anschaulicher: ob Kunst oder Wissenschaft, ob Geschichte oder Technik
  • Animationen für Museen und Galerien verschafft Schätzen, die oft aus Platzgründen in Archiven lagern, neue Begegnungsmöglichkeiten mit den Menschen
Eine unserer jüngsten Lösungen und Favorit auf der persönlichen Bestenliste: Die „Belebung” einer Reportage über ein großes Fest in Oppenheim Anfang des 17. Jahrhunderts als Drehbühne mit Versatzstücken aus zeitgenössischen Darstellungen. Für diese Szene im sorgsam beleuchteten 2,5D-Raum haben wir bei NXDRF sogar die Musik selbst eingespielt. Denn keine noch so gute Datenbank der Welt enthält Festmusik des 17. Jahrhunderts arrangiert für Glockenspiel und bildsynchron einsetzende Blasinstrumente. Bei dieser Szene wird der Begriff des Erkenntnisraums lebendig. ©NXDRF

Praktizierte Kreativität

Machen wir uns nichts vor: In den meisten Agenturen werden die medialen Produkte von Menschen hergestellt, die mit Sujet, Kontext und Inhalt mit der zu erzählenden Geschichte meistens überhaupt keine innere Verbindung haben. Das führt in vielen Fällen zu Ergebnissen, die von einer gewissen abstrakten Kühle und Distanz gezeichnet sind: eine Grundstimmung, die man besser nicht an seine Zielgruppe weitergibt. Bei NXDRF ist das anders: wir erzählen unsere Geschichten leidenschaftlich und können sie vom Moment des ersten Gedankens bis zum fertigen Produkt inhaltlich, emotional und assoziativ aufladen. Das tun wir nicht für uns, sondern für unsere Kunden und mehr noch für die Kunden unsrer Kunden.

Zwar hat sich sogar in der Unternehmenskommunikation die Animation als Mittel durchgesetzt. Aber viel zu oft wird nach unserer Meinung eine Ästhetik realisiert, die mehr den Werbezeichnungen der fünfziger Jahre ähnelt als den visuellen Anforderungen des 21. Jahrhunderts. Eine viel zu oft unbeantwortete Frage ist deshalb: Warum spricht man Erwachsene mit einer Bildsprache an, die schon jugendliche Betrachter für viel zu infantil halten müssen?
NXDRF erzählt Geschichten, die gut geschrieben und phantasievoll umgesetzt sind. So wird aus dem Versprechen eine Geschichte zu erzählen, das, was man im klassischen Sinne unter Storytelling versteht, bevor dieser Begriff von denen okkupiert wurde, die den Kaiser nackt auf die Promenade schicken.


Oft lassen sich zeitgenössische Quellen aus längst zurückliegenden Epochen mit heutigen technologischen Möglichkeiten auffrischen. So werden sie gestalterisch nutzbar, eröffnen neue Perspektiven. Wie hier die Stadtansicht von Worms aus Sebastian Münsters Mitte des 16. Jahrhunderts veröffentlichter „Cosmographia”. Die Auflösung der Szene als 2,5D Animation verwandelt die Buchseiten zu einem Theater, also zu einem (im wahrsten Wortsinn) Schauplatz, auf dem sich eine Geschichten entfalten lässt. ©NXDRF
Auch die 2D-Animation bietet ein breites Spektrum an Möglichkeiten. Für die Einführung einer neuen Person in der Erzählung der Lebensgeschichte von Samuel Hahnemann in Köthen wählten wir eine sehr „papierne” Lösung. Die Vorurteile der Stadtbevölkerung von Köthen gegenüber Melanie d’Hervilly absolvierten wir an einer Ankleidepuppe und durchaus ironisch eingesetzten Attributen. ©NXDRF.DE

Fast alles ist möglich

Lange Zeit war die Herstellung eines Animationsfilms sehr arbeitsaufwändig und deshalb kostenintensiv. Jede Sekunde Bewegung musste in (meistens) 24 Einzelbilder zerlegt, geplant, gezeichnet, fotografiert und zusammengefügt werden. Dafür waren Studios nötig, mit komplizierten Konstruktionen für (Spezial)Kameras und Beleuchtung. Eine große Menge von Menschen arbeitete für Zeichentrick, Puppentrick oder Stop-Motion-Animation mit Plastilin. Inzwischen kann digitale Technik viel Manpower und technische Hardware ersetzen. Noch immer ist der Animationsfilm wegen seiner Anforderungen an Detailtreue und Präzision personal- und arbeitsintensiv. Doch neue Software wie Blender, Unreal Engine, Cinema 4 D, Adobe Animator und allen voran After Effects erlauben nahezu unbegrenzte Realisierung von Phantasien, um Dinge zu erklären, Geschichten zu erzählen, Dinge und Menschen zu bewegen. Der Animationsfilm ist durch Computertechnologien erwachsener geworden. Mischformen mit Realfilmen tun ihr Übriges, um die Grenzen zwischen den Formen zu verwischen. Erst unlängst wurde das ehrwürdige Leipziger Dokumentarfilmfestival mit einem ausschließlich animierten, 28-minütigen Dokumentarfilm über das einstige Leipziger Luxushotel „Astoria” eröffnet. Überhaupt finden sich bei diesem wie auch bei anderen Festivals immer mehr Animationsfilme im Programm. Das Genre Dokumentation und die formelle Umsetzung als Animation gehören immer mehr zusammen. NXDRF geht einen Schritt weiter, indem wir die digitale Erschaffung von 3-D-Räumen ausdrücklich zur Entfaltung von Erkenntnisräumen für Dokumentarfilmprojekte erschließen.

Nächstes Projekt
Dokumentarfilme
TV-Produkionen