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Wir wollen Geschichte und Kunst nicht ändern, aber wir werden sie rendern! Neue, digitale, erzählende Formate für Museen, Galerien und Archive

Die Maßnahmen im Kontext mit den Schließungen aufgrund von Corona haben es gezeigt: Neue Medien für Museen sind elementar. Auch Archive, Galerien und Museen müssen neue Wege gehen, um ihr Publikum zu erreichen. Digitalisierung ist dabei ein wichtiger Punkt. Doch: Wie – um Himmels Willen – digitalisiert man ein Museum, eine Galerie oder ein Archiv?
Im Frühjahr 2020 wirkte es jung und frisch, wenn Museumsleute ihre eigenen Ausstellungen abfilmten und die Bilder auf youtube stellten. Man konnte darin zaghafte Schritte in Richtung Digitalisierung von Museen erkennen. Doch der Weisheit letzter Schluss waren die Ergebnisse des filmenden Umherstreifens durch Ausstellungsräume nicht. Immanuel Kant mag zwar kein Experte für Museen gewesen sein, sein Satz aus der „Kritik der reinen Vernunft” aber ist zeitlos und sogar auf Digitalisierungprojekte anwendbar: „Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind”. Kants Axiom fordert die Versinnlichung des Gedachten und das Sinnliche in Begriffe zu fassen. Für den vorliegenden Fall bedeutet das: Es braucht das Bild UND die Geschichte, es braucht das Bild, das den Gedanken illustriert und somit überhaupt erst erfahrbar und wirksam macht.

Wenn man sein Publikum erreichen oder gar die Reichweite auf neues Publikum ausweiten will, dann sind es eben nicht die Bilder allein, die Aufmerksamkeit erzeugen. Vielmehr braucht es eine Geschichte. Eine Erzählung.

„Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind”.

Immanuel Kant

NXDRF verfügt über langjährige Expertise darin, historische und wissenschaftliche Fakten in verständliche, Aufmerksamkeit erzeugende Geschichten zu übersetzen und diese Erzählungen visuell ansprechend filmisch aufzubereiten. NXDRF bietet diese Kernfunktion zwischen (Kunst)Historikern, Archivaren, Museumsexperten, Wissenschaftlern auf der einen und den Designern auf der anderen Seite. NXDRF schlägt die Brücke zwischen dem Wissen der Geschichts-, Museums- und Archivexperten einerseits und der Aufbereitung dieses Wissens als Film. Dies Brückenpfeiler sind Redaktion und Dramaturgie einer guten Erzählung.

Neue Formen, neue Formate

Mit der technologischen Entwicklung von bildgebenden Verfahren und der damit verbundenen Erschwinglichkeit technischer Anschaffungen entwickelt sich die Welt der visuellen Formen und Formate rasant, setzt sich in allen Lebensbereichen durch. NXDRF hat in den letzten Jahren verstärkt Augenmerk auf die Einbindung neuester technischer Möglichkeiten in das Erzählen von Geschichten gelegt. Dabei lassen sich ungeahnte Schätze heben! Zum Beispiel: Erste Skizzen für das work in progress „Pflanzen in Gesellschaft” entstanden nach einer eher zufälligen Begegnung mit dem Hortus botanicus Vindobonensis der Kaiserin Maria Theresia im Lesesaal einer Wissenschaftlichen Bibliothek: mit einem Smartphone.

Bei aller Form muss die Vorherrschaft über das Medienprodukt die erzählte Geschichte behaupten . Für deren Dramaturgie die Darstellungen und Dokumente einzusetzen, die schon in den Depots und Archiven der Museen und Galerien vorhanden sind, ist eine spannende und herausfordernde Arbeit. Verständnis der Sache, visuelle Gestaltungskraft, Beherrschen von Erzählung und deren Dramaturgie einerseits sowie andererseits der technischen Möglichkeiten zeichnen die Arbeiten von NXDRF aus.

Zu den möglichen Gestaltungselementen gehören unter anderen:

Aus einem einfachen Foto aus dem Archiv der BStU wird eine filmische Sequenz. Dargestellt wird der „Internationale Club der Seeleute”. Durch die Animation wird die Verweilbereitschaft des Zuschauerblicks durchaus signifikant verlängert, im Foto wird eine räumliche Tiefe geschaffen. Auf der Tonspur haben wir tontechnisch bearbeitete Musik (aus Gründen des Copyright wurde die Tonspur stummgestaltet), die den Eindruck verstärkt, einen Nachtclub bei Nacht zu betrachten. ©Animation von NXDRF
  • Animation von Fotos und Bildern oder dezente Einbindung einzelner animierter Elemente in ein festes Bild oder Foto, die Bereitschaft der Nutzer zu einer längeren Betrachtung eines digital bereitgestellten Bildes (etwa im Film oder auf einer Webseite) steigt signifikant durch den dezenten Einsatz animierter Elemente (das kann manchmal auch nur eine sanfte Kamerabewegung sein …)
  • zweidimensionale bildliche Darstellungen digital zu „begehbaren” „Erzählräumen” aufbereiten
  • Cut out einzelner Motive aus Dokumenten und Bildern
  • Montieren und Collagieren von motivischen Elementen in neu – im Sinne der Dramaturgie – entworfenen „Erzählräumen”
  • 3D-Modellierungen von an sich zweidimensionalen Darstellungen werden zu wirklichen Verkörperungen in den Kontexten solcher „Erzählräume”; 3D-Modellierungen treffen gerade bei jungen Zuschauern auf eine positive Prädisposition, weil solche Welten aus Computerspielen vertraut sind;
  • Media-Mix als zeitgemäßes Erzählformat, das Elemente des Realfilms wie etwa Experteninterviews in die darzustellende Geschichte einbindet – gerade diese Mischform setzt sich zur Zeit als eines der mächtigsten Erzählelemente durch
  • Motion Graphs: die Einbindung von Schrift in Realfilmbilder; Schriften, die „atmen” und dadurch weit über die Wirkung eines nur eingeblendeten Inserts hinausweisen
  • die Kombination von Bild, getexter Sprache, Originalton/Geräusche und Musik ergibt ein wirksames Mittel, um Informationen und Botschaften zu transportieren

Aus einem mehr oder weniger Zufallsfund in einer Wissenschaftlichen Bibliothek entstand dieser erste Entwurf, um ein handkoloriertes Druckwerk aus dem 18. Jahrhundert als bewegtes Bild zu animieren und ein zeitgenössisches Interesse zu erzeugen. Die grafische Gestaltung der Umgebung erzeugt einen leichten Verfremdungseffekt, der die Konzentration auf das Objekt verstärkt. Ein naturalistischer Umgebungston unterstützt die „Belebung” der papiernen Vorlage. Und nicht zuletzt trägt die sorgfältig ausgewählte Musik sehr zur Wirkung dieses filmischen Ausschnitts bei. ©NXDRF
Zum Vorigen: Die Gestaltung mit den vorhandenen Dokumenten fordert Kreativität. Für den Titel des Films nutzte ich das Titelblatt des Buches aus dem 18. Jahrhundert. Dessen Buchstaben setzen sich in einer Animation zu einer neuen Überschrift zusammen. So sehe ich den Umgang mit den wunderbaren alten Dokumenten aus den Archiven: das Material aus vergangenen Zeiten in neuen Kontexten zu beleben und für zeitgenössisches Publikum interessant und „lebendig” machen. ©NXDRF

Unsere Gegenwart: ein audiovisuelles Zeitalter – auch bei der Digitalisierung von Museen

Das Zeitalter Johannes Gutenbergs wird oft als bedeutende Medienrevolution beschrieben. Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern machte Wissen in Büchern technologisch wesentlich leichter reproduzierbar als in den Jahrhunderten zuvor. Durch die erheblich verbesserte Technologie der Buchherstellung und die daraus resultierenden Skaleneffekte sanken die Produktionskosten und damit die Anschaffungspreise der Bücher. Bücher bedienten bald auch das rarste Interesse der potenziellen Käufer. Immer weniger Menschen lesen. Und diese „immer weniger” Menschen lesen zu allem Übel auch noch immer weniger.
Man sagt, auch unsere Zeit sei eine Medienrevolution. Möglicherweise ist diese von einer Tragweite ähnlich der Ära Gutenbergs. Unsere Zeit ist eine Epoche des Audiovisuellen: Nachrichten, Unterhaltung, zwischenmenschliche Kommunikation (z. B. in sozialen Netzwerken): all‘ das funktioniert zunehmend über Angebot und Austausch von Bildern. Der Anteil an bewegten Bildern daran steigt rasant. Seine Zielgruppe erreichen (und neue Zielgruppen erschließen) kann man jedoch mittels bewegter Bilder (im Idealfall mit sorgfältig aufgezeichneter Sprache, der mitklingenden Akustik des Raums und mit Musik, also mit Filmen.) Filme übersetzen Fakten, Tatsachen, Informationen, aber auch Biographien, Ereignisse und Erlebnisse in nachvollziehbare Geschichten. Filme machen Zusammenhänge anschaulich, Geschichte und ihre Geschichten verständlich, sie erhöhen das Verständnis von Informationen. Filme unterstützen die Fantasien ihrer Betrachter und eröffnen oft neue Erfahrungswelten. Filme ermöglichen Perspektivwechsel, Filme fokussieren, lenken Blicke auf Wesentliches und sie erzeugen Empathie mit Themen und Protagonisten.

Erhöhung der Reichweite durch einen besonderen Netflix-Effekt

Die revolutionären Medien heißen heute: Internet, social media und Streaming. Diese Technologien ermöglichen Austausch und Zugriff auf Wissen zu jedem Zeitpunkt, an fast jedem Ort der Erde. Unser Projektvorschlag kann einen wesentlichen Beitrag zu diesem aktuellen revolutionären Medienwandel leisten. Die Erfahrung zeigt: auch sehr komplexe Inhalte haben ihr Publikum, wenn die Vertriebsplattformen nur weit genug zugänglich sind – mehr als man mit herkömmlichen Präsentationen (ob Ausstellung, Buch oder lineares Fernsehen) je erreichen könnte. So lassen sich Sujets und Themen in die Welt tragen, Kontexte aufzeigen, Interesse für spezielles Wissen und Wissenschaften wecken und erhöhen.

Neben den neuen Dramaturgien und visuellen Umsetzungen zeichnet sich unser Medienzeitalter durch eine weltweite Erreichbarkeit rundum die Uhr aus. Nicht nur, dass so auch sehr spezialisierte Themen ihr ebenso spezialisiertes zahlreiches Publikum finden, dieses Publikum tauscht sich auch weltweit und jederzeit untereinander aus. Digitale Verbreitungswege und soziale Medien ergänzen vorhandene Vertriebskanäle. Sie verstärken einander gegenseitig.


Der Streamingdienst NETFLIX zeigt diese Strategie exemplarisch. Eine Mischung aus Mainstream und Spezialthemen bestimmt dessen Angebot. Erfolgreich im Kino verwertete Spielfilme oder für Networks wie BBC oder Discovery Channel produzierte Dokumentationen werden dort ebenso angeboten wie speziell vom Dienst selbst entwickelte und produzierte fiktionale Serien. Unser Augenmerk gilt Dokumentationsformaten, die auf Streamingdiensten erfolgreich vertrieben werden. Spezialthemen wie etwa Gastronomie, Musik, Astrophysik bis hin zur Theorie der Popkultur etc. ergänzen solche Programme und bereichern die programmatische Ausrichtung: in der Nische den Markt anzutreffen . Mehr und mehr setzen sich innovative Erklär- und Dokumentarfilme durch. Diese Strategien haben wir bei NXDRF und dem Bureau für Begeisterung für die Entwicklung unseres Angebots an Museen, Galerien und Archive im Auge. Mittels hochwertiger Optik, sorgfältig ausgewählter Musik und einem auf den ersten Blick leicht zugänglichen Sujet einen ganzen Kosmos von Kontexten zwischen Natur und Wissenschaft, Geschichte und Gegenwart, zwischen den Regionen der Erde, dem menschlichen Erkenntnisdrang und Erfindungsgeist wie auch dem Sinn für das Schöne. Die Leidenschaft für den Gegenstand des Films leitet uns dabei.

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Fallstudie: Work in Progress