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Konzepte
Vom geschriebenen Wort zum echten Erlebnis
 

Jedes Projekt beginnt mir einer Idee. Aber eine Idee wird erst dann wirkungsvoll, wenn sie formuliert wird. Nicht zuletzt deshalb begleitet mich ein Satzpaar Immanuel Kants schon viele Jahrzehnte: „Gedanken ohne Inhalt sind leer. Anschauungen ohne Begriffe sind blind.” Den Gedanken durch Wörter eine Form zu geben. Die eigene Perspektive mit seinem Gegenüber teilen, indem man sie in verständliche Begriffe fasst. Das ist die Aufgabe, die sich überall in vielerlei Gestalt aufbaut.
NXDRF.DE kommt vom Text. Zunächst schreiben für Tageszeitungen Ende der Neunziger. Feuilleton vor allem. Schreiben über Musik, Geschichte, Kunst. Dann die Schule des Lokaljournalismus: die berühmten und berüchtigten Kleintierzüchter waren mir Thema und Publikum zugleich. Als freier Journalist schrieb einerseits für große überregionale Tageszeitungen und andererseits war ich leidenschaftlich Lokalreporter. Damals – in der Lokalredaktion – trug ich mantrahaft den Leitsatz vor mir her, dass ich jeden Tag mit dem Frühstücksei unserer Leser konkurrieren würde. Die Frühstückseier Frankfurts sollten alle kalt werden, weil die Leser nicht aufhören können, meine Texte zu lesen. Nun, hin und wieder wurde ich damals möglicherweise meinem eigenen (zugegeben etwas zu kühnen) Anspruch gerecht. Bis heute geblieben ist jedoch mein Motto „Du sollst nicht langweilen” geblieben. Und die Erinnerung an die Stadtteilredaktion der Frankfurter Rundschau als zwar nicht die einträglichste, aber als Schreiber erste glückliche Zeit.

Tatsächlich sollten noch weitere glückliche Zeiten als Autor folgen. Magazine waren der nächste Schritt in eine nächste Liga. Reportage, Investigativjournalismus, Stücke mit Hand und Fuß, von einer strengen Dokumentationsabteilung Wort für Wort, Punkt für Punkt überprüft.
Bei brand eins lernte ich, dass das ganze Leben irgendwie auch immer Wirtschaft ist. Bei der brand eins Tochter Wissen entdeckte ich mein Händchen für gut verdaulich geschriebene Fachtexte und vor allem für historische Rekonstruktionen, die alle in unserem hier und jetzt andocken konnten.

Es folgte der Wechsel auf die Seite der Redaktion mit gelegentlichem Schreiben. Unternehmenskommunikation. Nacheinander für zwei große Automobilhersteller, Bankhäuser, Maschinenbauer, Bauunternehmen und so weiter und so fort.

Seit Anfang der 2000er wurden die Reportagen bildreicher. Die Zusammenarbeit mit Fotografen förderten das Verständnis für die völlig anderen work flows. Logisch war dann der nächste Schritt: hin zum bewegten Bild. Zwar entstanden erste Dokumentarfilme schon vor der Arbeit als Schreiber. Vollends entwickelt wurden dann die Arbeiten mit ausgefeilteren Recherchen und Drehbüchern ab 2006. Seither ist Bewegtbild ein wesentliches Mittel. Und immer noch entstehen die Filme auf der Basis von als Texte formulierten Ideen. Film (auch die Dokumentation), so viel ist in meinen Augen sicher, hat das Potenzial zum „Gesamtkunstwerk”, weil er aus geschriebenen Drehbüchern, Originaltönen, aber auch der akustischen Atmosphäre und Musik besteht. Gestalterisch befindet sich das Filmhandwerk in einem abermaligen Umbruch. Mehr und mehr ermöglichen digitale Techniken die Erschaffung von Bildwelten, die bis vor kurzem entweder undenkbar oder aber unbezahlbar oder aber undenkbar und unbezahlbar waren.

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Vom Feuilleton über die Reportage zum Wirtschaftsmagazin: Am Ende geht es immer auch darum, eine wahre Geschichte zu erzählen.
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