violette Plastikgabel in Goldrahmen vor blauem Hintergrund

Wie kam es in die Welt?

Begonnen im November 2025 entsteht hier ein Referenzprojekt als Serie von kurzen 3D-animierten Erklärfilmen. Ganz unaufgeregt werden hier die Geschichten scheinbar übersehener oder kaum noch wahrgenommener alltäglicher Objekte erzählt. Oft spielen dabei überraschende Wendungen, unerhörte Geschichten und auch genaues Hinsehen eine wichtige Rolle. Die Inszenierung findet überwiegend in einem wiederkehrenden sehr reduzierten und deshalb übersichtlichen Raum statt. Die Verkehrung von Größenverhältnissen ist ein wichtiges dramaturgisches Element, das das genauere Hinschauen noch einmal unterstützen soll. Wichtiges Element der Inszenierung ist das Aufgreifen alter Theatererlebnisse. Drehbühne, Kulissenzüge, vereinzelt nur in eine Richtung gestaltete Dekorationselemente spielen dabei eine entscheidende Rolle. Das Rumpeln der Bühnenmaschinerie, hörbar über Relais geschaltete Scheinwerfer, deutlich vernehmliche Lichtschalter sind wichtige Elemente des gründlichen Sounddesigns dieser Produktionen.

Seit November sind drei Filme in dieser Reihe entstanden.

  1. Die Gabel
  2. Das Chinin
  3. Der QR-Code
  4. Die Eins und ihr besonderer Stargast: die Null

Welten mit Sinn: Die Ästhetik der visuellen Übersetzung

Bewegtbild heute leiden nicht selten an visueller Redundanz, illustrativer Überfeuerung und atemloser Effekthascherei.

Während die mächtigen Werkzeuge der 3D-Modellierung, Raumsimulation und digitalen Lichtregie fast ausschließlich für visuelle Spektakel in der Game-Industrie oder der VFX-Sparte eingesetzt werden, verbleibt die Vermittlung von Geschichte, Kultur und Wissenschaft meist in altbackenen 2D-Vektor-Schemata oder staubtrockener Textlastigkeit.

Mein Regie- und Gestaltungskonzept bricht mit dieser Trennung: Ich nutze die werkzeugliche Macht modernster CGI-Systeme, um abstrakten Gedanken, historischen Quellen und wissenschaftlichen Beiträgen eine haptische, poetische und sinnhafte Gestalt zu verleihen.

Bewegtbild heute leiden nicht selten an visueller Redundanz, illustrativer Überfeuerung und atemloser Effekthascherei.

Während die mächtigen Werkzeuge der 3D-Modellierung, Raumsimulation und digitalen Lichtregie fast ausschließlich für visuelle Spektakel in der Game-Industrie oder der VFX-Sparte eingesetzt werden, verbleibt die Vermittlung von Geschichte, Kultur und Wissenschaft meist in altbackenen 2D-Vektor-Schemata oder staubtrockener Textlastigkeit.

Mein Regie- und Gestaltungskonzept bricht mit dieser Trennung: Ich nutze die werkzeugliche Macht modernster CGI-Systeme, um abstrakten Gedanken, historischen Quellen und wissenschaftlichen Beiträgen eine haptische, poetische und sinnhafte Gestalt zu verleihen.

DIE VIER SÄULEN DER VISUELLEN KONZEPTION

1. Historisch-Archivarisches Konzept: Die Würde des Artefakts

Gegenstände, historische Akten, Kupferstiche, botanische Tafeln und Landkarten sind in meinen Filmen keine dekorativen Requisiten. Sie sind physische Primärzeugen.

  • Der Fokus auf das Material: Die Kamera erfasst Tinte, Papierstruktur, gravierte Metalloberflächen und Alterungsspuren mit maximaler Präzision. Das historische Artefakt – ob das älteste Geschäftsbuch der Pharmazie oder ein historischer Pflanzenkatalog – behält im virtuellen Raum seine materielle Schwere und Würde.
  • Verzicht auf Rekonstruktions-Kitsch: Wenn historische Akteure oder Räume im Archiv fehlen, werden sie nicht durch Schauspieler oder spekulative Reenactments ersetzt. Die Lücke im Archiv bleibt als historische Distanz sichtbar und respektiert die Quelle.

2. Poeto-Epistemisches Konzept: Die Verdichtung der Quelle

Ein wissenschaftlicher Aufsatz ist oft trocken, hochgradig abstrakt und in Fachsprache verdichtet. Die Aufgabe des Films ist nicht die bloße Bebilderung des Fachtextes, sondern seine poetische Übersetzung in einen visuellen Denkraum.

  • Transformation von Fakten in Narrative: Eine Fußnote zur Wiener Botanik-Historie oder ein Fachaufsatz über die Naturforscher-Inspirationen in Mozarts Zauberflöte werden nicht trocken referiert, sondern als atmosphärischer Erfahrungsraum inszeniert. Fakten verwandeln sich in Bildmetaphern, ohne ihren wissenschaftlichen Kern zu verraten.
  • Der visuelle Vergleich als Erkenntnisinstrument: Komplexe Abstraktionen werden über greifbare Analogien entschlüsselt – vom Wechsel des eindimensionalen Strichcodes zur zweidimensionalen Noten- und Akkordschichtung bis hin zur Entschlüsselung des Opernpersonals als historische Avatare ihrer Zeit.

3. Didaktisches Konzept: Epistemischer Mehrwert statt Belehrung

Didaktik bedeutet nicht Übererklärung oder Bevormundung des Publikums, sondern das visuelle Freilegen von Strukturen, die dem bloßen Auge sonst verborgen blieben.

  • Kognitive Entlastung durch Bildeleganz: Freistellung, gezielte Lichtführung und räumliche Isolierung dienen ausschließlich der analytischen Schärfe. Sie führen den Blick direkt an den Kern des Gedankens.
  • Dramaturgie der Entfaltung: Jeder Film folgt einer klaren inneren Logik: Problemstellung / Historischer Kontext – Systemgrenze des Bisherigen – Der befreiende Perspektivwechsel – Die visuell-poetische Synthese.

4. Alleinstellendes Gestaltungskonzept: Dynamik des Raumes & Lichtarchitektur

Das Alleinstellungsmerkmal dieser Arbeiten entsteht an der Schnittstelle von akribischer geisteswissenschaftlicher Recherche, gezielter Raumauflösung und CGI-Technologie.

  • Szenografische Flexibilität (Vom Holztisch zum weißen Lichtraum): Während historisch-analoge Themen in einem massiven, stofflichen Raum mit angedeutetem Fensterlicht verankert werden, verlangt die hochgradige Abstraktion – wie die Genese der Zahl und des Binärcodes – die Auflösung des raunenden Hintergrunds. In einer klaren, fast euklidischen Exposition öffnet sich der Raum in ein reinweißes, sanft reflektierendes Feld.
  • Architektonische Lichtregie: Licht dient als Modellierungs-Werkzeug im Sinne Carlo Scarpas. Ob Oberlicht-Inzidenzen, spiegelndes dunkles Chrom oder blitzende Würfelflächen – nicht die Kulisse, sondern die Wechselwirkung von Licht, Material und Reflexion erzeugt die Tiefe.
  • Rhythmische Taktung: Kameraführung, Schnitt und Sprachduktus gehorchen dem Takt des Erkenntnisgewinns. Ruhige Kamerafahrten und präzise gesetzte musikalische Zäsuren geben dem Gedanken den Raum, den er braucht, um zu wirken.

DER DREIKLANG ALS CORE STATEMENT

1. Materialität und Abstraktion im Wechselspiel
Von der tiefen Textur historischen Papiers bis zur reflektierenden Schärfe des virtuellen Lichtraums ordnet sich das Set-Design stets der Natur der Erkenntnis unter.

2. Werkzeuge der Gegenwart für die Fragen der Vergangenheit
Wir überlassen die mächtigsten Rendering-Engines unserer Zeit nicht den Computerspielen oder der Werbeindustrie. Wir nutzen sie, um Kulturgeschichte, Wissenschaft und Philosophie greifbar zu machen.

3. Die Poesie der Evidenz
Ein wissenschaftlicher Fachtext verliert durch eine poetische Bildsprache nicht seine Präzision – er gewinnt vielmehr die Strahlkraft, die ihn überhaupt erst im Bewusstsein des Betrachters verankert.

Mehrwert für Projekte & Institutionen

Was diese Arbeitsweise für Ihr Projekt bedeutet

Ob für Museen, wissenschaftliche Einrichtungen, Archive oder anspruchsvolle Markenprojekte: Die Übersetzung komplexer Themen in diese Formensprache bietet drei entscheidende Vorteile:

 

  1. Ästhetische Würde: Exponate und Konzepte werden nicht durch knallige Baukasten-Effekte entwertet, sondern in physischer Materialität und räumlicher Tiefe inszeniert.
  2. Epistemischer Mehrwert: Der Film erklärt nicht nur, sondern lässt den Denkprozess durch präzise visualisierte Analogien und dramaturgische Führung nachvollziehen.
  3. Unverwechselbare visuelle Identität: Eine Bild- und Lichtsprache, die sich wohltuend vom Einerlei konventioneller Erklärfilme abhebt und beim Publikum nachhaltig im Gedächtnis bleibt.