Vom Archivstaub zur 3D-Präzision: Eine historische Richtigstellung.
Die Recherche-Herausforderung: Das Ende der Legendenbildung
Die offizielle Pharmaziegeschichte ignorierte Friedrich Koch über 100 Jahre lang oder tradierte falsche Narrative. Selbst Standardwerke und „Corporate Histories“ großer Chemiekonzerne bauten auf lückenhaften Sekundärquellen auf.
Die Leistung: Eine achtjährige Primärquellen-Recherche (Universitätsmatrikel, Fakturabücher von 1825, Medizinal-Akten).
Das Ergebnis: Die wissenschaftlich fundierte Neudatierung der industriellen Chininfabrikation und die Dekonstruktion eines historischen Phantoms.
Die narrative Lösung: Kausalität statt Anekdote
Anstatt die Geschichte Kochs als bloße Biografie zu erzählen, wurde die strukturelle Notwendigkeit des Übergangs vom Apothekerhandwerk zur industriellen Skalierung herausgearbeitet. Die Erzählung „erlöst“ den Stoff aus der Trübe des Hörensagens und führt ihn in die Klarheit historischer Kausalität. Hier wird der Protagonist nicht als Außenseiter, sondern als rational handelnder Pionier rehabilitiert.
Die handwerkliche Umsetzung: 3D-Animation als Erkenntniswerkzeug
Die Entscheidung für Octane für Blender war kein ästhetischer Selbstzweck. Wenn keine zeitgenössischen Bilder existieren, muss die Architektur der Erzählung gebaut werden.
Präzision: Die 3D-Rekonstruktion der Löwenapotheke und der frühen Fabrikationsstätten dient der visuellen Analyse damaliger Produktionsabläufe.
Atmosphäre: Das Lichtdesign fängt die Ära des Umbruchs im frühen 19. Jahrhundert ein, ohne in romantisierenden Kitsch zu verfallen.
Der Mehrwert: Die Animation macht das „unsichtbare“ 19. Jahrhundert und die abstrakte Buchhaltung physisch erfahrbar – kühler, klarer und präziser als jedes Laien-Reenactment.
„Ich verwalte keine Inhalte. Ich rekonstruiere sie technologisch und narrativ aus einem Guss.“
