Schlüsselszene
Eines der großes Aufsehen erregenden Feste am unteren Oberrhein wenige Jahre vor Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges, der „Churfürstliche hochzeitliche Heimführungstriumph” des kurpfälzischen Prinzen Friedrich und seiner königlichen, englischen Braut Elisabeth. Ein aufwändig vorbereitetes, rauschendes Fest für alle Menschen in der Stadt. Definitiv ein Kandidat für eine 30-sekündige Sequenz in der filmischen Zeitleiste im Oppenheimer Stadtmuseum. Nur leider hat niemand Fotos gemacht …
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Die Herausforderung: Authentizität ohne dokumentarische Bilder
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Die Lösung: Die Drehbühne öffnet den zweidimensionalen, aus zeitgenössischen Abbildungen ausgeschnittenen Figuren eine glaubhafte Präsentation im dreidimensionalen Raum. Die koordinierten Drehungen der Bühne ermöglichen eine Unterteilung der Sequenz in einzelne, für sich sprechende Szenen. Und sie lenken die Blicke.
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Die Erlösung des rein Visuellen hin zur Erzählung: Segmentierung der Bühne zu Binnenorten der Erzählung, Blick- und Lichtführung als dramaturgische Elemente, die Durchschaubarkeit der zweidimensionalen Bildelemente als Kulissen sowie ein sorgfältig ausgewähltes Sounddesign nutzen die Assoziation „Theater”, um Authentizität durch Wiedererkennen und die Betonung der gestalterischen Phantasie zu inszenieren.
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Der authentische Schlusspunkt: Die im Spotlight präsentierte dokumentarische Abbildung eines der seinerzeit eigens hergestellten Triumphtore bindet die Szene als historisch dokumentarisch ab. 100 Prozent authentisch. Mission accomplished.
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